Von: Marco Engel am Donnerstag, Juni 01 st, 2017 · no Comments ·

Prof. Dr. Dr. Wolfgang Buskies ist Sportwissenschaftler und Dozent an der Universität Bayreuth. Im Rahmen seiner Tätigkeiten forschte er u. a. im Bereich Rücken.

Frage: Die Wirbelsäule ist die „Säule“ unseres Körpers. Wie kommt es, dass sie uns zu so viele Beschwerden bereitet?

W. Buskies:

„Durch den aufrechten Gang hat der Mensch nur noch zwei Unterstützungspunkte, was bedeutet, dass der Körper und die Wirbelsäule ausbalanciert werden müssen. Dazu ist eine ausgewogene Muskelkraft notwendig, die in unserer technisierten Gegenwart nicht häufig gegeben ist.

Fehlhaltung und Bewegungsmangel führen oft zu Verspannungen und Rückenschmerzen. Bei fehlenden Bewegungsreizen nimmt die Leistungsfähigkeit des Bewegungsapparates ab. Dies bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass Berufsgruppen mit hohem Bewegungsanteil weniger Beschwerden haben. Ebenso kommt es zB bei Bauarbeitern durch ungleiche Muskelbelastungen (zu schweres Heben und Tragen) ebenso zu Rückenproblemen kommen.“

 

Frage: Welcher Teil der Wirbelsäule sorgt für den meisten „Schmerz“ und warum

W. Buskies:

„Am häufigsten entstehen Rückenbeschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule. Hier treten. 60% aller Bandscheibenvorfälle auf, gefolgt von dem Bereich der Halswirbelsäule und zuletzt der Brustwirbelsäule. In letztgenannter kommt es eher selten zu Beschwerden. Auf der Lendenwirbelsäule lastet der größte Druck, daher sind hier die Wirbel auch am größten. Aber auch der bewegliche  Abschnitt der Wirbelsäule, die Halswirbelsäule, ist anfällig für muskuläre Beschwerden. Zur Entlastung der Halswirbelsäule sollte die Muskulatur in diesem Bereich gedehnt, gleichzeitig aber auch gekräftigt werden.“

Frage: Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall?

W. Buskies:

„Beim Bandscheibenvorfall drückt die Bandscheibe entweder nach hinten gegen das Rückenmark oder sie tritt zur Seite aus und drückt dort auf die Spinalnerven. Meistens wird eine konservative Behandlung bevorzugt: Wärme und spezielle Lagerung. Oftmals zieht sich die Bandscheibe in die normale Position zurück. Es ist auch nicht die Bandscheibe, die schmerzt, sondern die umliegende Struktur, auf die sie drückt.“

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